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Online: Duldung, Schweigen, Zusicherung, Verwirkung, Bestandsschutz

Dipl.-Ing. TU u. M.B. Harald Toppe

Ihr Dozent bei diesem Seminar

Kurzbeschreibung

​„Das Gebäude steht doch schon seit Jahrzehnten!“ – „Die Bauaufsicht wusste davon!“ – „Der damalige Sachbearbeiter hat es ausdrücklich erlaubt!“

Solche Einwendungen gehören zum Alltag der Bauaufsichtsbehörden. Doch welche rechtliche Bedeutung haben die Kenntnis einer Behörde, ihr jahrelanges Schweigen oder frühere Zusagen? Können rechtswidrige bauliche Anlagen und Nutzungen allein durch Zeitablauf Bestandsschutz erlangen? Und unter welchen Voraussetzungen darf eine Bauaufsichtsbehörde einen baurechtswidrigen Zustand bewusst dulden?

Das Seminar beschäftigt sich mit den rechtlichen und praktischen Grenzen bauaufsichtlichen Einschreitens. Im Mittelpunkt stehen die Unterschiede zwischen bloßer Untätigkeit, bewusster Duldung, behördlichen Zusagen und rechtlich geschütztem Vertrauen. Dabei wird auch untersucht, welche Bedeutung die Verwirkung, der Bestandsschutz und die Rechte betroffener Nachbarn haben.

Anhand ausgewählter Gerichtsentscheidungen und praxisnaher Fallbeispiele werden typische Konfliktsituationen aufgearbeitet und rechtssichere Handlungsmöglichkeiten für die Bauaufsicht entwickelt.

Seminarinhalt

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1. Rechtswidrige Zustände und bauaufsichtliches Einschreiten

  • Formelle und materielle Rechtswidrigkeit – worauf kommt es an?
  • Einschreiten oder Nichteinschreiten: Pflicht, Ermessen und Verhältnismäßigkeit
  • Welche Bedeutung hat die nachträgliche Genehmigungsfähigkeit?

2. Duldung, Schweigen und behördliches Verhalten

  • Bloße Kenntnis oder bewusste Duldung – ein entscheidender Unterschied
  • Wann ist eine aktive Duldung zulässig?
  • Rechtswirkungen und Grenzen einer behördlichen Duldung
  • Befristung, Bedingungen und Widerruf – wie lässt sich eine Duldung rechtssicher gestalten?
  • Was gilt bei einem Wechsel der Sachbearbeitung oder der Behördenleitung?

3. Zusicherung, Vertrauensschutz und Verwirkung

  • Mündliche Zusagen und schriftliche Erklärungen – was bindet die Behörde?
  • Können bauaufsichtliche Eingriffsbefugnisse verwirken?
  • Zeitmoment und Umstandsmoment – genügt jahrzehntelanges Schweigen?
  • Gleichbehandlung und Selbstbindung der Verwaltung

4. Bestandsschutz und Rechte Dritter

  • Bestandsschutz trotz fehlender Baugenehmigung?
  • Welche Bedeutung haben Nutzungsänderungen und lange Nutzungszeiten?
  • Können Nachbarn ein bauaufsichtliches Einschreiten verlangen?
  • Grenzen der Duldung bei Gefahren und bei Verletzung nachbarlicher Rechte

5. Rechtsprechung und Verwaltungspraxis

  • Aktuelle Entscheidungen zu Duldung, Verwirkung und Vertrauensschutz
  • Typische Fehler bei der Ermessensausübung
  • Fallbeispiele und Empfehlungen für rechtssichere Entscheidungen

Details

Seminar
Online: Duldung, Schweigen, Zusicherung, Verwirkung, Bestandsschutz - Was bedeutet das im öffentlichen Baurecht?
ID
0002872
Termin
17.02.2027 - von 10:00 Uhr bis 16:30 Uhr
Anmeldeschluss
17.02.2027 - 10:00 Uhr

Preis

590,00 Euro (USt. befreit) Andere
425,00 Euro (USt. befreit) Bedienstete der öffentlichen Verwaltung
250,00 Euro (USt. befreit) Auszubildende